Pressemitteilung Nr. 25 vom 17.06.2010
Was tun bei Vorhofflimmern?
Vorhofflimmern ist eine Herzrhythmusstörung, die häufiger vorkommt als man denkt. Immerhin 2% der Menschen jenseits der 40 sind davon betroffen. Von den über 70-Jährigen leiden schon über 6% daran. Das Gefährliche bei Vorhofflimmern ist nicht nur die Herzschädigung selbst, die sich dahinter verbirgt, sondern vor allem auch die damit verbundene Gefahr eines Schlaganfalls. Umso wichtiger ist es, Vorhofflimmern rechtzeitig zu erkennen, seinen Ursachen auf den Grund zu gehen und die Krankheit wirksam zu behandeln. Der Chefarzt der Klinik für Innere Medizin des MEDIGREIF Krankenhauses Anhalt-Zerbst, Dr. med. Stefan Lübke, hatte für den Nachmittag des 16. Juni 2010 niedergelassene Ärzte und Krankenhausärzte aus der Region zu einer Fortbildungsveranstaltung zu diesem wichtigen kardiologischen Thema eingeladen. Den thematischen Schwerpunkt bildeten neue medikamentöse Behandlungsmöglichkeiten bei Vorhofflimmern. Oberarzt Michael Kloss, Facharzt für Innere Medizin/Kardiologie bei den Pfeifferschen Stiftungen in Magdeburg, hielt dazu einen ebenso informativen wie anschaulichen Vortrag. Aber auch andere therapeutische Möglichkeiten bei Vorhofflimmern kamen zur Sprache.
So steht der rein medikamentösen Therapie die Behandlung der Herzrhythmusstörung durch die thermische Verödung (Ablation) bestimmter elektrisch aktiver Regionen am Herzen bzw. an den Lungenvenen gegenüber. Dadurch kann die Weiterleitung der Impulse, die das Vorhoffflimmern verursachen, unterbunden oder behindert werden.
Auch die elektrische Kardioversion, das heißt die Anwendung von dosierten Stromstößen zur Wiederherstellung eines normalen Sinusrhythmus des Herzens, sowie die Implantation eines modernen Herzschrittmachersystems haben ihren Stellenwert in der Behandlung des Vorhofflimmerns. Einvernehmen herrschte darüber, dass jeder Patient mit Vorhofflimmern ein sehr individuelles Krankheitsbild hat und demzufolge auch einer individuellen Therapie bedarf.
Im Anschluss an den Vortrag entspann sich unter den anwesenden Ärzten eine angeregte und interessante Diskussion, die von der Kardiologin des Zerbster Krankenhauses, Dr. med. Kerstin Oemus, moderiert wurde. Die Ärzte tauschten ihre Erfahrungen zu den verschiedenen Krankheitsbildern und Therapiemöglichkeiten aus. Jeder konnte daraus Nutzen ziehen, letztlich im Interesse der gemeinsamen Patienten.